Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

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Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

Beitrag von Holly Golightly » 26 Apr 2009, 15:25

Ich weiss jetzt nicht, ob das nun irgendwie "besser" ist als wenn einer depressiv ist aufgrund eines traumatischen Ereignisses.
fakt ist aber, dass diese Medikamente wohl Auswirkungen auf das Reaktionsvermögen haben.
Abhängig machen sie auch.

Wie wurde das denn bei Dir überhaupt diagnostiziert? Kann man das anhand eines EEG oder so feststellen?

IHaveADream
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Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

Beitrag von IHaveADream » 21 Aug 2009, 04:58

Anti Depr. machen nicht abhaengig...informier dich bitte erst....

Gina
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Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

Beitrag von Gina » 21 Aug 2009, 08:52

Meine Schwägerin mußte Antidepressiva nehmen und hatte im Urlaub vergessen ihre ration mitzunehmen. Sie wurde total unruhig und bekam unkontrollierte Anfälle daß man sie nicht wiedererkannte. Also ich glaube schon das waren Entzugserscheinungen. Durch die Presse gehen auch imemr wieder solche Warnungen: http://www.medizinauskunft.de/artikel/f ... essiva.php

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Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

Beitrag von Surprise » 21 Aug 2009, 08:55

Sie helfen einem mehr, als das sie abhängig machen.
Je nach Wirkstoff,wird das Reaktionsvermögen eben nicht beeinträchtigt.

In meinem Bekanntenkreis sind einige, die Antidepressiva nehmen.
Vor der medikamentösen Therapie bekamen sie nichts in den Griff, und arbeiten nun ganz normal.

Aber wenn wir schon von Abhängigkeit reden, wie verhält es sich denn mit Rauchen und Alkohol ?
Haben Suchtpotenzial und sind gesundheitsschädlich, aber daran hat sich die Gesellschaft gewöhnt.
Viele tun es und keiner spricht von Abhängigkeit.

Sorgen sollte man sich wohl eher darum machen, wenn Depressionen zur Minderung der Lebensqualität oder gar zu Selbstmord führen.
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Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

Beitrag von Surprise » 21 Aug 2009, 08:57

Gina hat geschrieben:Meine Schwägerin mußte Antidepressiva nehmen und hatte im Urlaub vergessen ihre ration mitzunehmen. Sie wurde total unruhig und bekam unkontrollierte Anfälle daß man sie nicht wiedererkannte. Also ich glaube schon das waren Entzugserscheinungen. Durch die Presse gehen auch imemr wieder solche Warnungen: http://www.medizinauskunft.de/artikel/f ... essiva.php

Und wie war ihr Verhalten bevor die Medikamenteneinnahme verordnet wurde ??

Vermutlich ganz normal, oder ? 8)

Oder warum hat sie die überhaupt verordnet bekommen ?
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Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

Beitrag von Gina » 21 Aug 2009, 09:02

Völlig harmlos sind diese Mittelchen bestimmt nicht. sonst könnte man sie nehmen wenn man als FB arbeitet. Rauchen und Alkohol sind suchterzeugend aber die werden auch nicht ärtzlich verordnet :)

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Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

Beitrag von Gina » 21 Aug 2009, 09:06

surprise hat geschrieben:
Gina hat geschrieben:Meine Schwägerin mußte Antidepressiva nehmen und hatte im Urlaub vergessen ihre ration mitzunehmen. Sie wurde total unruhig und bekam unkontrollierte Anfälle daß man sie nicht wiedererkannte. Also ich glaube schon das waren Entzugserscheinungen. Durch die Presse gehen auch imemr wieder solche Warnungen: http://www.medizinauskunft.de/artikel/f ... essiva.php

Und wie war ihr Verhalten bevor die Medikamenteneinnahme verordnet wurde ??

Vermutlich ganz normal, oder ? 8)

Oder warum hat sie die überhaupt verordnet bekommen ?

Sie bekam die weil sie tagsüber nicht richtig in die Gänge kam. Da meinte der Hausarzt, daß sie einfach mal ausprobieren soll ob es damit besser wird.

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Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

Beitrag von Surprise » 21 Aug 2009, 09:11

DA haben wir es schon.
Sie wurden von einem HAusarzt verordnet, der womöglich nicht genug Fachwissen hatte und es liest sich nicht so, als hätte eine Diagnose zugrundegelegt.

Und Medikamente verordnen, nur damit man besser in die Gänge kommt, finde ich bedenklich.
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Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

Beitrag von Surprise » 21 Aug 2009, 09:14

Gina hat geschrieben:Völlig harmlos sind diese Mittelchen bestimmt nicht. sonst könnte man sie nehmen wenn man als FB arbeitet. Rauchen und Alkohol sind suchterzeugend aber die werden auch nicht ärtzlich verordnet :)
Alkoholisiert wird man wohl kaum arbeiten dürfen/können , oder ? 8)

Alles hat Nebenwirkungen ..
Auch wenn man keine Medikamente nimmt, kann es zu unangenehmen Nebenwirkungen führen, die sogar tödlich verlaufen können...
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Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

Beitrag von Gina » 21 Aug 2009, 09:17

Der Tod schreckt vor nichts zurück. :)

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Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

Beitrag von Surprise » 21 Aug 2009, 09:23

Im Übrigen bin ich auch der Meinung, daß man Medikamente nicht leichtfertig einnehmen sollte, und schon gar nicht, wenn man Verantwortung für andere trägt.
Aber man sollte immer abwägen, womit man besser leben kann,und ob man es schafft, es anders zu lösen.
Liegt eine schwerwiegende Erkrankung zugrunde, ist man für den Job ungeeignet- so oder so, denke ich mal.

Aus persönlichen Erfahrungen aus dem privaten Umfeld, weiß ich, daß es für einige die letzte Möglichkeit war, das Leben in den Griff zu bekommen.

Viele haben einfach nicht gelernt mit Druck und mit ihren Aggressionen umzugehen.
Wenn dann dazu noch eine gravierende psychische Störung zugrunde liegt, dann können diese Situationen schnell zu einem Unglück führen..
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Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

Beitrag von Surprise » 21 Aug 2009, 09:24

Gina hat geschrieben:Der Tod schreckt vor nichts zurück. :)
Manche Menschen im Übrigen auch nicht.....
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Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

Beitrag von News » 20 Jul 2010, 08:35

Hirndoping
Was bringen Ritalin und Co?
Die Prüfungszeit gerät für viele Stundeten zur Belastungsprobe. Mit ein paar Tassen Kaffee ist es da nicht immer getan, nicht wenige greifen zu Pillen, um den Schlaftrieb auszuschalten und die Denkleistung zu beschleunigen.
http://www.n-tv.de/ratgeber/jobkarriere ... 88251.html

Kein Berufsunfähigkeitsschutz Ritalin mit Spätfolgen
Die Diagnose "ADHS" ist schnell bei der Hand, die Therapie auch: Immer öfter verschreiben Ärzte Ritalin, um jugendliche Zappelphilipps zu bändigen. Doch das Mittel hat Nebenwirkungen - zumindest auf den Versicherungsschutz.
http://www.n-tv.de/ratgeber/versichernv ... 55752.html

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Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

Beitrag von ciel » 01 Aug 2010, 17:39

Mal zum Thema zurück:

Man muss beim Medical einen Fragebogen ausfüllen, auf dem man alle Medikamente, die man nimmt, angeben muß.
Man bestätigt zum Schluss mit seiner Unterschrift, dass man alle Angaben wahrheitsgemäß gemacht hat.

Will sagen: Wenn du hier falsche Angaben machst und das rauskommt (z.B. weil du krankheitsbedingt diesem stressigen Beruf doch nicht gewachsen bist), bist du der Firma gegenüber regresspflichtig.

Man nimmt Antideppressiva ja nicht aus Jux und Tollerei, sondern weil man krank ist.
Ob die zugrundeliegende Krankheit deine Flutauglichkeit beeinträchtigt, kann nur der Fliegerarzt entscheiden.

Also lieber bei der Wahrheit bleiben - ist ja auch zu deinem Schutz!

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Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

Beitrag von Holly Golightly » 01 Aug 2010, 18:29

ciel hat geschrieben:Mal zum Thema zurück:

Man muss beim Medical einen Fragebogen ausfüllen, auf dem man alle Medikamente, die man nimmt, angeben muß.
Man bestätigt zum Schluss mit seiner Unterschrift, dass man alle Angaben wahrheitsgemäß gemacht hat.

Will sagen: Wenn du hier falsche Angaben machst und das rauskommt (z.B. weil du krankheitsbedingt diesem stressigen Beruf doch nicht gewachsen bist), bist du der Firma gegenüber regresspflichtig.

Man nimmt Antideppressiva ja nicht aus Jux und Tollerei, sondern weil man krank ist.
Ob die zugrundeliegende Krankheit deine Flutauglichkeit beeinträchtigt, kann nur der Fliegerarzt entscheiden.

Also lieber bei der Wahrheit bleiben - ist ja auch zu deinem Schutz!
An sich hast Du recht, aber Regress??
Auf jeden Fall wirds aber bei Lügen wohl die Kündigung geben und ggf ein Strafverfahren wegen betrug. Aber regress?

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Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

Beitrag von neffets » 02 Aug 2010, 08:19

Holly_Golightly hat geschrieben: An sich hast Du recht, aber Regress??
Auf jeden Fall wirds aber bei Lügen wohl die Kündigung geben und ggf ein Strafverfahren wegen betrug. Aber regress?
Ja im Falle eines Zwischenfaölls, wo es an die Haftungsansprüche geht, kannst DU ganz sicher sein, das die Fluglinie den wahreitsbeugenden FB in Regress nimmt, bzw. zumindest seine Versicherung.

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Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

Beitrag von ciel » 02 Aug 2010, 08:31

Holly_Golightly hat geschrieben:
ciel hat geschrieben: Auf jeden Fall wirds aber bei Lügen wohl die Kündigung geben und ggf ein Strafverfahren wegen betrug. Aber regress?

Wenn mir Betrug nachgewiesen wird (z.B. weil ich wissentlich falsche Angaben meine Gesundheit betreffend gemacht habe) muß ich auch für den Schaden gerade stehen.
Der kann der Firma z.B. durch meinen Verdienstausfall im Falle einer verschwiegenen Krankheit entstehen. Denn schließlich leistet sie dann meine Lohnfortzahlung, und ein anderer Kollege macht meine Arbeit (und zwar nicht umsonst).

Wenn im Nachhinein rauskommt, dass ich an einer Krankheit laboriere, die bei Kenntnis schon bei der Einstellung zur Fluguntauglichkeit geführt hätte, kann die Firma den ihr dadurch entstandenen finanziellen Schaden zurückfordern.

Da jeder Bewerber beim Medical seinen Hausarzt angeben und ihn von der Schweigepflicht entbinden muß, kann man leicht Nachforschungen anstellen, falls nötig.

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Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

Beitrag von Holly Golightly » 02 Aug 2010, 16:42

Ok, das ist aber das worst-case-szenario.

Im Normalfall Kündigung und das wars.
Wobei es je nach Einzelfall auch sehr strittig ist, was nun genau die Kündigung rechtfertigt, um welchen Beruf es geht, inwiefern die Medikamente Einfluss haben usw usw.

Witzigerweise gibt es tatsächlich Fälle, wo bereits fliegende FB, die Depressionen bekommen und dementsprechende Medikamente nehmen, dennoch fliegen dürfen.
Verstehen tue ich es nicht.
genausowenig wie ein neulich gehörter Fall, wo eine langjährige FB MS bekam und nun dennoch wieder flugtauglich ist, allerdings nur noch für Kurzstrecke, keine Langstrecke mehr.

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Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

Beitrag von flight001 » 02 Aug 2010, 16:56

Holly_Golightly hat geschrieben:
Witzigerweise gibt es tatsächlich Fälle, wo bereits fliegende FB, die Depressionen bekommen und dementsprechende Medikamente nehmen, dennoch fliegen dürfen.
Verstehen tue ich es nicht.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man unter richtig eingestellter Medikation weiterhin flugtauglich ist. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Anitdepressiva mit sehr unterschiedlichen Wirkunsmechanismen. Darunter auch welche, die durchaus müde/schläfrig machen können. Dieses würde sich wahrscheinlich mit der Tätigkeit eines FB nicht vereinbaren lassen. Allerdings gibt es genauso Antidepressiva, die sich diesbezüglich neutral verhalten oder sogar antriebssteigernd sind. Ich würde einfach vorab bei Medizinischen Dienst anrufen und vorab fragen, was die davon halten.

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Re: Flugbegleiter trotz Antidepressiva?

Beitrag von nike » 02 Aug 2010, 18:00

Darunter auch welche, die durchaus müde/schläfrig machen können. Dieses würde sich wahrscheinlich mit der Tätigkeit eines FB nicht vereinbaren lassen. Allerdings gibt es genauso Antidepressiva, die sich diesbezüglich neutral verhalten oder sogar antriebssteigernd sind. Ich würde einfach vorab bei Medizinischen Dienst anrufen und vorab fragen, was die davon halten.
MD anfragen, auf jeden fall.

antriebssteigernd, toll, auch haben wollen :brav: .

mein wissenstand über antidepressiva: da die wirksamkeit des medikaments abhängig von der exakten dosierung und regelmässigen einnahme abhängt, kann es bei zeitzonenverschiebung, verändertem tag-nachtrhythmus, klimawechseln, stress/belastung schon beeinträchtigungen geben, oder dann wird mal ne tablette vergessen (soll ja auch bei der pille vorkommen... 8o ), da man sich verrechnet hat, zu müde ist oder der alarm, der einen sonst immer erinnert überhört wurde.
einfach diesen gedanken mal mit ins boot nehmen.

grüessli, nike

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